zoon politikon vs. homo socialis

Sonntag, 11. Oktober 2009

lieber silvio

mir sind leute, die so heißen wie du, immer ein bißchen fremd. ich denke nämlich dann meist, daß der silvio mir gegenüber gleich ganz schlimm anfängt ostdeutsch zu reden. und wenn er das nicht tut - also mir gegenüber sitzen - dann trifft man so einen silvio auch ganz gern mal in mitreißenden tv-formaten, in denen bauern schwiegertöchter suchen oder frauen für heimisches fremdschämen ausgetauscht werden.
du, lieber silvio, bist aber ein gaaanz ein anderer, du. denn du bist italiener und ein bißchen ein chefe dabei. silvio, ich muß gestehen, so viel personalunion wie du darstellst, bringt selbst mich als alte kommunistin zum träumen. binnen kurzer zeit hast du es geschafft, lenins traum von einer regierenden elite in einen brioni-anzug zu gießen, in deinen nämlich.
jetzt ist das aber so silvio, daß du aber gar nicht wirklich chefe bist. ich weiß nicht, ob dir das schon mal aufgefallen ist, aber der lustige alte knacker, der manchmal bei dir hof hält, ist dein ministerpräsident. ich weiß, ich weiß, das sagt gar nichts. ich kenn das von uns: holle köhler ist uns deutschen auch nur als der typ der vor angelas neujahrsansprache dran ist, bekannt. aber es ist nun mal so: holle ist der chef im land. wenn holle hustet, dann reicht ihm der ganze bundestag die pullmotin-dose hin.
wenn du hustet, salbte dich bis vor kurzem aber dein vorgesetzter - habe ich das richtig verstanden? und jetzt will er nicht mehr und hat mal auf den tisch gehauen.
silvio, mal unter uns, wenn du deine füße unter meinen plenartisch stellen würdest, dann hätte ich dir aber schon vor einiger zeit was erzählt:
auch wenn der herr gaddafi jetzt einen auf große lockerbie-reue macht und mit seinem ergaunerten geld geiseln frei schaufelt, heißt das nicht, daß in lybien alles so maßgeschnitten wie italienische schuhe ist. auch wenn du medienmogul bist, heißt das nicht, daß deine tv-sender und deine zeitungen ausschließlich deine ausdünstungen zum weltgeschehen zu publizieren haben. und auch wenn du der herr berlusconi bist, dann heißt das nicht, daß dein anwalt wegen dir verknackt wird, während du weiterhin brav geldscheinchen wäschst und immobilien zockst. selbst wenn alles in der familie bleibt.
ich habe heute fast ein bißchen geweint wegen dir. da sagtest du nämlich, daß du dich ganz stark verfolgt fühlst, stärker noch als irgend jemand vor dir, weil du doch eigentlich ganz brav bist und du gar nicht verstehen kannst, warum du jetzt keine diplomatische immunität mehr hast. ehrlich, meine mitleidsdose ging auf wie die rote sonne über capri. was sind schon chinesische oppositionelle, stasi-opfer, sacco und vanzetti oder von mir aus ernst thälmann gegen DICH? ein fliegenschiß der geschichte scheint´s.
wie nahe liegt da doch dein einwand, nur weil du die ein odere andere zeitung hast, sei das ja nicht wie im faschismus. das könne man dir doch nicht vorwerfen! nee, silvio, das kann man nicht. echt nicht. benito hatte eine persönliche standarte. die hast du nicht. aber was sind schon fahnen, wenn man zeitungen hat. oder silvio?
und wo wir schon bei mussolini sind: der meinte mal, daß demokratien dazu geschaffen sind, kröten zu schlucken. ich hoffe inständig, daß die italienische demokratie, der DU vorstehst, nun endlich die eier hat, genau DAS zu tun.

mit freundlichen grüßen

frau lesof

Montag, 28. September 2009

Schönen Dank auch

Halten wir mal fest:
Vizekanzler in einer schwarz-gelben Koalition wird der FDP-Vorsitzende Guido W. Üblicherweise übernimmt der Vizekanzler das Amt des Außenministers, so daß unser neuer Spezi für Fremdaffären GUIDO WESTERWELLE heißt. Schönen Dank auch. Insbesondere an die Idioten, die FDP gewählt haben, letztens aber noch fanden, Steini sei ein voll sympathischer Außenminister mit Tendenz zur "Grilleinladung". Der Slogan "Arbeit muß sich wieder lohnen" war dann wohl doch zu verführerisch,was?
  • womit wir galant beim nächsten "Schönen Dank auch" angekommen wären: man will sich ja nicht schon einen Tag nach der Wahl des Brechens von Wahlversprechern
  • versprechungen bezichtigen lassen. Also winkt das noch unverheiratete Paar Frau M. und Herr W. mit Steuererleichterungen in ganz ganz bald. Schönen Dank auch! Wir freuen uns darüber. Wir haben ein gutes Haushaltseinkommen, wir sparen gern was ein! Ich persönlich würde mich auch über gesparte Steuern für Nichtverdienende freuen. Cool eigentlich,denn die sparen jetzt vom Nichts, das sie zahlen auch noch was! Das nenn ich (Steuer-)Gleichheit für alle.
  • Schönen Dank auch an alle Linkspartei-Wähler.
  • Ihr habt ja jetzt voll Bildungsgleichheit ge- und Hartz IV abgewählt. Ich verstehe nur nicht, wie das funktionieren soll jetzt: Ich zahl jetzt bald weniger Steuern, weshalb dann auch weniger Geld im "Hartz-Topf" ist. Und weil dann sowieso nichts mehr drin ist, können wir den Topp dann auch gleich von den anderen Polemikern aufm Politparkett klauen lassen, den Piraten. Oder wie? Verdammt, verdammt. Man sollte sich schon vorher überlegen, ob man seine Wähler mit nachhaltigen Konzepten überzeugen will oder mit sinnlosen Parolen, wie selbst zum Arsch abwischen nicht taugen, weil man eh in die Scheiße greift! Schönen Dank auch!

Freitag, 4. September 2009

liebe frau kühnast,

ich mochte sie ja schon immer sehr gern. am meisten, weil sie so gar nicht wie eine politikerin wirken.
jetzt sehe ich sie gerade bein einer äußerst aufschlußreichen sendung, in der menschen mit geistiger behinderung unsere spitzenpolitiker fragen: "warum sollen wir sie eigentlich wählen?"
junge, junge, da läßt der ein oder andere minister tief blicken. nicht in die augen der interviewer, die als gruppe mit dem unpersönlichen "man" angeredet werden, benutzt werden, um die üblichen polemiken abzulassen:
-behinderte sind nicht automatisch arm, herr gysi! und unterstützung hat zumindest hier nicht zwangsläufig immer etwas mit geld zu tun!
- guido, du arsch, die frage, ob man gesetze in einfacherer sprache formulieren könne, beschäftigt nicht nur behinderte! und ich weiß auch nicht, ob du in deiner polit-spralligkeit gearde überhört hast, daß sich die bitte um eine einfache sprache auch auf das interview mit dir bezogen hat!
- steini, nur weil du rüberkommst wie ein voll okayer eigentlich sozialarbeiter-typ, der nur aus zwang und mit unwillen den armani-anzug trägt, heißt das nicht, daß du auch voll okay im sozialarbeiter-deutsch mit den leuten da reden mußt!
- angela, die frage nach der möglichkeit eines praktikums bei dir und deinen parteifuzzis zielte auf u.a. die nicht nur vorgebetete gleichberechtigung behinderter ab. das sollte nicht heßen, daß die das da jetzt machen wollen. ist aber trotzdem nett, daß du ganz auf die gleichbereichtigung aller anderen eingegangen bist und nix zu gesagt hast, weil sich ja nachher die anderen ungerecht behandelt fühlen würden. hach, is schon schwer, wenn mans allen recht machen soll...
- renate, 100 punkte. unter umgehung sämtlicher genmaishürden und in benutzung 100% regenerativer energien hast du es als einzige geschafft, den interviewern ins auge zu sehen, sie direkt anzureden und konkret in angemessener, nicht übertriebener sprache zu antworten. man, man, dafür daß sie schon so lange in der politik sind, haben sie´s noch gut drauf mit der volksnähe!

Mittwoch, 10. September 2008

...

images3 ich sag gar nichts dazu! images4

Freitag, 18. April 2008

frau lesof macht politik

liebe untertanen,

als regierungschefin hat man es nicht leicht. irgendwer schaut einem immer auf die brüste auf die finger. zum beispiel heute. während mein regierungsdoubel angela m. beim olympiakader in neubrandenburg weilte und in vertretung meiner selbst bei einer frühlingsrolle erneut eindeutig feststellte, daß ein boykott der olympiade in china nicht ganz so geil ist, fuhr die wahre frau m. nach paris. nach den peinlichen oben-fast-ohne-fotos aus der norwegischen oper hatte ich beschlossen,meiner medienvertretung ein neues kleid zu kaufen.hochgeschlossen, versteht sich. denn wenn eines nicht geht, dann sind das alte faltige milchbeutel. auch und gerade weil deutschand seit knapp drei jahren brüste hat.muß ja keiner wissen, das lenkt nur von der tagespolitik ab. zum beispiel vom treffen der schwellen- und industrieländer mit dem höchsten co2-ausstoß weltweit.ZUFÄLLIG waren die auch gerade in paris. dummerweise hatte ich am vortag mit carla sarkozy wegen ihrer prozente bei chanel telefoniert und so ließ es sich nicht umgehen, daß ihr beschäler mich zu einer tasse eis-tee einlud. witzigerweise traf ich dort auch auf den umweltminister der usa. ich wußte bis dato gar nicht,daß die einen haben. wahrscheinlich war der auch gar nicht echt.man munkelt ja, daß der dschorsch frei schnauze leute abstellen kann für solche sachen. lobbyisten nennt man so was wohl. der lobbyist jedenfalls, dessen arsch auf der hand von dschorsch steckte, bewegte sein kaspermündchen und schwor klimaverbesserung ab 2025. mit kippte im vollklimatisierten elysee-palast fast der tee aus dem plastebecher, aber was will man machen? hatte ich angela m. nicht schon in sachen china eingeschärft,daß das mittel des dialoges die große rote schleife ums diplomatiepäckchen ist? ich wollte mir also nicht selbst widersprechen und schrieb monsieur s. einen zettel auf 100% chlorfreigebleichtem papier: "nick mal dazu" kritzelte ich "sonst stehen wir morgen auf der axe-of-evil-liste und sag dann, daß ein versprechen allemal mehr zählt,als gar keine aussage!" tat er dann auch. dummerweise hob ihn mein einfall gleich zwei zentimeter mehr aus den schuhen und so konnte man den eindruck gewinnen, herr s. wäre ein großer politiker, der das diplomatiepäckchen nicht nur bloß mit einer roten schleife verzierte, sondern auch gleich noch einen gordischen knoten drum band. der will erstmal durchgehauen werden in 13 jahren,wenn eine der töchter bushs zum nächsten klimatreffen auf die insel amsterdam fährt! schließlich hält ein politiker immer sein versprechen. besonders dann,wenn es via stichtag fixiert wurde.
zwischendurch klingelte mein handy. seitdem müntefering nicht mehr mein handtaschenträger und damit telefonsklave ist und mich so von den mir so ungeliebten spd-lieblingskindern wie rentenerhöhung und einkommenssteuerreform fernhalten kann, bin ich gezwungen, selbst rede und antwort zu stehen. jedenfalls rief mich also der ole aus hamburg an und weinte. er hatte angst vor frau kühnast. ich beruhigte ihn. "ole" sagte ich "nu mach mal was, was du sonst nie tust:kneif die arschbacken zusammen. die frau kühnast ist keine kampflesbe,auch wenn sie kurze haare trägt und ganz früher mal ein sponti war. ihr wart zuerst da. sieh mal die grünen so als praktikanten ohne meinungshoheit und mach dir keine sorgen um die zukunft. schließlich docken die an eure linie an und es ist da noch ganz fraglich, welche sachen bei euch zusammen passen und welche nicht. letztlich gehts ja nur um hamburg und nicht um ganz deutschland." ole war beruhigt und versprach, sein bestes dafür zu tun,daß schwarz-grün zukünftig keine option für bundesweites koalitionsgehabe werden wird. mich umtrieb aber eine ganz andere sache.hotte köhler scheißt sich nicht wegen einer evtl. zweiten amtszeit aus. ich habe so langsam das gefühl, er macht das von meiner zweiten amtszeit abhängig. denn, so sagt mir mein imageberater immer, umso dominater der, die, das kanzler, desto grauer der präsident. muß man sich nur die geschichte angucken. mein väterlicher freund und vorgänger helmut verschließ drei bundespräsidenten und nur weizäcker hatte kraft seines auftretens die fähigkeit, zumindest partiell wahrgenommen zu werden. und eigentlich auch nur deshalb,weil er so ganz anders war als sein saumagen fressender untergebener. wer erinnert sich heute noch an karl carstens? doch nur die,die in den frühen 80ern den ollen carstens beim singen im tv erleben mußten. und roman herzog? interessiert eigentlich auch nur die verschwörungstheoretiker unter uns, die annehmen,herzog sei ein zu dünn geratener ausseh-clown klon von roland koch.
anscheinend ist das amt des bundespräsidenten für menschen reserviert, die nicht in erscheinung treten wollen. da der bundespräsident aber das staatsoberhaupt ist,muß ja jemand dieses leck füllen. helmut hat da vorgelegt und ich als seine lieblingsstute schicke mich an, diese aufgabe zu erfüllen. und nur aus dem grund zeigt mein regierungsdoubel brüste! um nämlich vom köhler abzulenken, damit der in ruhe weiter repräsentieren kann, statt politik zu machen. allerdings:meine doublette hat ja nun schon vorgelegt und ich habe ein klein wenig bedenken,wie wir noch mehr in erscheinung treten müssen,damit der geist köhler sich so unangestrengt fühlt, eine zweite amtszeit anzustreben. ich muß mal carla sarkozy fragen.
all dies ging mir so durch den kopf, als ich paris dem unwilligen grüppchen der klima-angeklagten zuhörte. ich bewilligte endgültig noch schnell einen scheck für die welthungerhilfe, weil ich mir dachte, daß meinem schlechten gewissen damit genug schuldigkeit getan wäre. das bißchen mehr an klimaverirrungen bis 2025 kann man ruhig mit freßlieferungen in die zunehmenden drittwelt-dürregebiet unseres planeten ausgleichen. fair trade im sinne der großen politik und so.
als ich eben nach hause kam, war angela schon da.wir wohnen zusammen. falls mal jemand anruft. dschorsch oder so. angela hatte chinesich gekocht. es gab die "sieben köstlichkeiten": opportunismus, rentenerhöhung, erbschaftssteuer, hartz IV,arbeitslosenzahlen, geringverdiener und tarfilöhne. zum nachtisch hatte sie dann noch eine wunderbare komposition aus landesbanken und finanzkrise gebacken.
ich war schon nach dem ersten gang satt.

Donnerstag, 8. November 2007

ich wollt nur noch mal dran erinnern

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aus gegebenem anlaß: DANKE!!! auch für die möglichkeit, meine sozialistische persönlichkeit endlich entfalten zu dürfen. dank des genusses vieler bananen metamorphierte ich zu meinem wahren aussehen:

gisele_otto1_500

es grüßt lesof

Freitag, 28. September 2007

liebe frau pauli,

die frau amazonin hat ihnen ja schon geschrieben und sich ein wenig gewundert über ihren revolutionären vormarsch, der bestimmt so gar nichts mit medienhurerei und der anstehenden ede-s.-nachfolge zu tun hatte.
wissen sie,liebe frau pauli, ich bin ja ein ganz großer fan von frauen, die in irgendeine kerbe der geschlechtsantagonistischen gesellschafts-und parteienwelt reinhauen, um alle an ihrer selbstfindung teilhaben zu lassen. ich weiß, ich weiß, in der bayrischen provinz sorgen sie mit ihren attitüden für ein aufsehen, daß sonst nur anderweitig minderbemittelten zu teil wird. und man darf auch nicht vergessen, daß man als landrätin ja quasi nur den teil des fußvolkes darstellt, der im gegensatz zum rest ab und an mal in den regionlazeitungen namentlich erwähnt wird. das allein gereicht allerdings nicht dazu, unüberlegten quark von sich zu geben, von dem man annimmt, es gefiele dem wähler.
das ding mit der "ehe auf probe" ist ihnen bestimmt nur so rausgerutscht, als beckmann sie vielleicht mal einladen und wissen wollte, ob sie auch politisch so fluffig sind, wie die netten fotos es für die private frau pauli erahnen lassen mögen. ganz im ernst, liebe frau pauli, wenn ich ihr mann wär, dann hätte ich ihnen DANACH auch ne ehe auf probe vorgeschlagen. sei´s drum, zumindest für diejenigen, die ihre beziehungprobleme gern im talkshowformat mit lügendetektor und vaterschaftstest klären lassen, ist eine "ehe auf probe" unbedingt anzuraten.
heute jedoch, da waren sie ganz groß,liebe frau pauli. da haben sie doch auf dem jährlichen weißwurstwettfressen reichsparteitag parteitag vorgeschlagen, daß alle, die ein kind haben, auch mit familie angeredet werden sollen. ich wurde vor freude darüber vorübergehend harninkontinent. endlich darf und soll ich mich als das bezeichnen, was mir bisher in ermangelung eines comics auf dem klo lesenden, faulen sacks, der den zweitnamen "vater" führt, von der gesellschaft versagt wurde. endlich,endlich schluß mit der leidigen kastenzugehörigkeit zur sog. "einelternfamilie". recht haben sie! da ich väterliche wie mütterliche qualitäten zwangsläufig vereinen muß, darf ich mit diesen schizoiden umständen endlich mit der adelung "familie" ins nirwana des gesellschaftlichen anerkennens eintreten. ein glück - wenigstens das ist gewuppt und ich brauche mir nicht länger vorwürfe machen, daß mein kind nicht in einer sog. "kernfamilie" aufwächst und deshalb ganz bestimmt irgend wann mal so beziehungsgeschädigt ist, daß es besser eine "ehe auf probe" führen sollte.
wenn jetzt zu diesem beinharten realitätsorgasmus ihrerseits noch kommen würde, daß ich steuerlich als "familie" veranschlagt würde, keinen aufschlag für "alleinurlaubend mit kind" zahlen müßte und die gleichen chancen auf dem arbeitsmarkt eingeräumt bekäme etc., dann, ja dann, liebe frau pauli, laß ich erwin huber erwin huber sein und wähle sie in den bundestag. mein wunsch für sie wäre die nachfolge meiner lieblingsfeindin -freundin uschi v.d.leyen. die uschi checkt bis 2017 die fehlenden 50.000 krippenplätze und ich darf dann als ernährendes teil einer "familie" ganz ohne schlechtes gewissen einen krippenplatz beanspruchen. denn schließlich bin ich jetzt ja vater und mutter und da fällt die wenige zeit mit dem kind nach der arbeit gleich gar nicht mehr so ins gewicht, weil sie sich ja quasi personell verdoppelt.
insofern kann ich mir überhaupt nicht erklären,warum ihr vorschlag auf so wenig gegenliebe stieß und sie sich damit i.ü. die wahnsinnig hochstehenden chancen,in einer urbayrischen partei die jefe zu werden, versaubeutelt haben.
schade, denn jetzt versinken sie wieder im regionalpolitischen spezitum, statt mit weiteren innovativen (klamotten-)vorschlägen seite drei der "bunten" zu bedienen. so isses halt, mit den klugen köpfen. ´s braucht die richtige zeit und den richtigen ort. wenn sie,liebe frau pauli, NICHT der csu angehören würden, dann, so glaube ich, wären ihre vorschläge durchaus für eine größere menge menschen überdenkenswert. so sind sie nichts als unüberlegte querschießerei innerhalb eines erzkonservativen vereiens, der in bälde von einem erwin huber auf linie getrimmt werden wird. "erwin huber", liebe frau pauli, sagt alles darüber aus, was in dieser partei möglich, besser noch, unmöglich sein wird. und zwar entweder solange, bis sie als klimakterines, zahnbehaartes politisch-ideelles versatzstück mit dem vorwurf sozialliberaler attitüden gechast werden oder zum weiblichen guido westerwelle mutieren. für erstes gilt: es wäre schade ihrer mühen um ein ankommen der csu im jahr 2007. für letzteres gilt: politik macht man nicht von der hinterbank aus und schon gar nicht darüber, indem man permanent das gegenteil dessen erzählt, was gängiger common sense ist. traurig aber wahr und estut mir leid, ihnen das als mensch ohne ämter stecken zu müssen: demokratie basiert auf dem mehrheitsrecht und mehrheitlich gesehen sind sie zur falschen zeit am falschen ort. mein durchaus ernstgmeinter ratschlag an sie daher: wechseln sie ungehendst ihr parteibuch oder halten sie die klappe. sie machen sich lächerlich!

mfg "familie" lesof

Mittwoch, 28. März 2007

Deutschland sucht den Super-P.C.ler

Ich mag Deutschland. Wirklich! Blühende Landschaften wohin man schaut und alles ist so schön geordnet. Kulturell können wir uns auch wieder sehen lassen, seitdem unser ehemaliger Bundeskanzler eine durchaus erquickliche Symbiose aus Kunstinteresse und Berlinästhetisierung an die Spree und sich selbst lüpperisiert in den Bundestag stellte. Und Angela Merkel? Die wird mittlerweile sogar von des deutsch-solventen Lieblingsdesigners und bekennendem Potsdamer, Wolfgang Joop, wegen ihres Outfits in den Himmel über Berlin gelobt. Halten wir also fest: Wir sind Kultur, wir sind schick, Deutschland hat Brüste und das ist auch gut so.
Deutschland hat den Trend zur Randgruppe entdeckt. Wer hätte schließlich noch vor zehn Jahren seine Sozialhilfe darauf verwettet, daß wir jemals eine ostzonale Dragqueen als auch noch unverheirateten Kanzlerich in die Welt schicken oder gar einem Schwulen das Ruder einer Großstadt anvertrauen. Dummerweise bringt das Anerkennen des Könnens ehemals belächelter Bevölkerungsrandgruppen aber auch den Drang zur allumfassenden Political Correctness mit sich. Soziale Brennpunkte heißen nun nicht mehr „Ghetto“, sondern „städtische Randbezirke mit deutlichem Migrationshintergrund“, Schwule und Lesben sind „andere Lebensentwürfe Verfolgende“ und wenn man trotzdem an die sprachlichen Grenzen Toleranistans gerät, gereicht die Bezeichnung „Prekariat“ zu einer neuen, erfrischenden Debatte über die bestmöglichste Art sich auszudrücken, ohne jemanden dabei vor den Kopf zu stoßen. Zumindest darin sind wir mittlerweile Weltmeister.
Toleranz ist eine feine Sache, wenn sie nicht mit Ignoranz verwechselt wird.
Um dem im Sommer nach Deutschland strömenden Fan-Volk zu demonstrieren, daß wir alle und jeden total lieb haben, der uns kurzzeitig in unseren schönen Landen besucht, MUSSTEN wir folgerichtig mit einem weltweit nicht zu überhörenden Gazetten-Aufschrei die Existenz von NO-GO-Areas abstreiten. Wir doch nicht! Die Mehrheit des deutschen Volkes usw.
Die Minderheit des deutschen Volkes – die, die Deutscher nicht sein können, glaubt man ihren „White-Power“-Shirts - jedoch lachte sich in die Achsel des ausgestreckten rechten Armes und wusste: Zivilcourage ist des Deutschen Sache nicht. Wusste auch: „Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei“.
Und so war es denn auch. Wir haben weltmeisterlich abgekackt. Nicht nur im Fußball, sondern auch dabei, diesem Gesindel ohne dem WM-bedingten auf-die-Bratwurstfinger-Schauen ehemaliger, alliierter „Befreier“ die Stirn zu bieten.
So sitzt man also im ÖVN der frisch akkreditierten Wissenschaftstussi und Platz 3 inne habenden Aufschwungsstadt Jena und denkt sich nichts Böses. Man ist ja hier so herrlich verschont vom „Gesindel“, zumindest wenn man seinen linken Gesinnungstextilien zugunsten überteuerter Fashion-Victim-Devotionalien entwachsen ist. Dachte ich. Bis ich in den Bus einstieg und dort zwei schrankartig gebaute, kurzbehaarte Menschen fand, die ihre Umgebung mit einem Best-Of-Nazi-Mucke beschallten und sich ganz einhellig darüber austauschten, welche „Vorteile“ das 3. Reich für den ein oder anderen Anders-Seienden bereit hielt. NATÜRLICH war der Teil politisch-korrekter Studenten im Bus ganz empört darüber. So empört, daß es ihnen glatt die Sprache verschlug. Und überhaupt sollte man sich ja eigentlich nicht einmischen, nachher bekommt man statt des ebenfalls im Bus sitzenden Afrikaners noch selbst eins auf seine stirngerunzelte, Abschätzigkeit zumindest demonstrierende Visage.
Der Afrikaner hatte es gut. Der verstand GAR NICHTS. Ich indes schon. Und weil es mir ziemlich auf die Nerven ging, deren Plattitüden und Dummheiten hören zu müssen, bat ich sie in einem freundlichen Ton, doch bitte die Musik leiser zu machen und mich mit ihren Theorien zu verschonen. Es entspann sich ein wirklich fruchtreiches Gespräch über mein Aussehen, etwaige sexuelle Vorlieben türkischen Männern gegenüber, über Plastiktüten zur Mundknebelung und mich als weibliches personifiziertes Geschlechtsteil: Man ist ja immer daran interessiert, was andere von einem halten! Mir wurde ganz nett auch eine nähere Bekanntschaft mit einem aus dem Rucksack blitzenden stockartigem Ding angeboten. Ich musste ablehnen. Ich hatte leider andere Pläne für die Nachmittagsgestaltung.
Nun könnte man annehmen, daß sich spätestens an dieser Stelle irgend jemand im Bus ritterlich in die mich desavouierende Situation einmischte, doch weit gefehlt. Wahrscheinlich suchten sie einen Rest an Zivilcourage in einem inneren Exil und schauten deshalb so meditierend auf den Boden. Vielleicht schrieben sie auch in Gedanken einen höchst korrekten Blogeintrag vor oder überlegten sich, wie erzählenswert diese Geschichte denn später bei den bis zum Erbrechen politisch-empörten Freunden sei. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß ich mich beim Aussteigen in Gedanken für die Unterstützung meiner Mitmenschen bedankte.
Opfer gewesen sein – in dem Fall glücklicherweise nur auf verbaler Ebene – ist ein beschissenes Gefühl. Und möglicherweise sollte man sich mal, statt sich bloß über „rechts“ zu echauffieren, vergegenwärtigen, wie es ist, wenn man einfach nur noch Angst hat. Vielleicht ist dies das Quentchen, was am Eintreten für Andere fehlt: daß man sich nicht in die Lage anderer versetzen kann oder will. Daß man sich selbst vorn anstellt, statt aus reiner Sensibilität und Respekt vor den Empfinungen seines Gegenübers diesem das Gefühl, Opfer zu sein, ersparen möchte.
Halten wir also fest: Wir sind oberflächlich, wir sind ignorant, Deutschland hat ein zwischenmenschliches Problem und das ist schlecht so!

Sonntag, 25. März 2007

willkommen im leben,

frau mohnhaupt. wir lesen uns...bei einem "aufschlußreichen" interview des spiegels/ciceros/kursbuch whatever. mal sehen, was die bildzeitung morgen titelt...


edit (27.3.): "deutschlands schlimmste terroristin frei" war der header der blödzeitung.ich habe daraufhin sofort mit bloßen händen einen bunker gegraben und einen großeinkauf gestartet. falls noch jemand interesse an einem kleinen ,dafür raf-neo-terrorismus-fernen urlaub in einem stahlbetonhäuschen mit ohne aussicht six feet under hat, einfach melden. bitte ne dose corned beef mitbringen und ein bildzeitungsabo...

Freitag, 2. März 2007

...


lieber christian klar,

laaangsam solltest dus doch begriffen haben: du darfst keine politische meinung mehr haben!! seit 24 jahren schon nicht mehr. bitte, bitte, unterlasse doch zukünftige grußbotschaften an terroristische/kommunistische/antifaschistische und sonstige - istische dinge außerhalb des gesllschaftlich-politischen bildzeitungs-common-sense. da geht nach hinten los.echt! ich mein,ein brief an die ideologischen ahnen luxenburgs , puh, chrischi, wat haste dich da bloß jedacht? ach so, du wolltest nur mal feststellen, daß du im herzen immer noch grundsätzlich was gegen den kapitalismus hast..mhm, tja,weißte chris,alte hütte, das haben so einige hier. manche davon haben ziemlich kurze haare und sagen komische sachen. aber weißte, die sitzen nich im knast, die dürfen ihre meinung frei äußern. das ist ihr verbrieftes grundrecht. du, ja,wie soll ich das jetzt sagen: du bist ein terrorist. du wolltest die freiheitlich-demokratische grundordnung zerstören und sitzt jetzt dafür ein. verschissen,alter. du hast keine grundrechte mehr, auch und gerade nich, wenn du verfrüht zurück ins system willst. der deutsche is da nachtragend- echt! also bitte,lieber christian, damit wir uns je kennenlernen können: beiß dir bitte nächsthin auf die zunge. dann giltst du als "geheilt" und holle köhler drückt vielleicht n auge zu.

ps: für den uninformierten leser: herr klar schickt bereits seit jahren zum todestag luxenburgs und liebknechts an die entsprechenden stellen grußbotschaften. wie nett, daß ihm das jetzt auf die füße fallen soll!

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kraM - 12. Jun, 16:05

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