Montag, 29. Dezember 2008

weihnachten!

ich hatte es geahnt. weihnachten wird der supergau! nicht, daß ich das nicht jedes jahr im sommer schon mit traumwandlerischer sicherheit voraussagen kann, aber ich laß mich ja auch gern mal überraschen.
und so begab es sich also, daß familie lesof diesmal unter einbeziehung sämtlicher patchgeworkten, exfamiliären und blutsmäßig angehangenen verschwippschwägerungen bis ins 85. glied PLUS altgepflegter freundschaften ins achso besinnliche weihnachtszeitchen startete.
ich persönlich bin ja so mehr der asketische weihnachtstyp. alles, was ich im überschwang an rot-grün-goldenem dekozeugs und "stehrumchen" mit zielsicherem innenarchitektenauge in die wohnumgebung schmeiße, spare ich an kontaktpflege zur w-zeit rigoros ein. es gibt freunde, die tränen feucht aus dem auge wenn ich mich nach dem genuß mehrerer glühweine auf alte zeiten besinne und sie anrufe - das erste mal in diesem jahr. "dich gibt´s ja auch noch", so lautet dann der standartspruch und unter dem rührseligen versprechen, sich mal häufiger zu melden, beende ich das telefonat gewöhnlich nach etwa 5 min - denn dann ist das glühweinglas alle.
eine, wie ich finde, herzige tradition - insbesondere zu einer zeit, wo jeder jeden anruft und zu speckigen weihnachtsgänsen einlädt, auch um es sich mal "richtig schön zu machen".
auf der "verlogenheitsleier" schwimme ich da nicht, auch und erst recht nicht, wenn ich nach dem pflichtessen selbstgebackener, verbrannter plätzchen tine-wittler-like nach hause rolle und mir der kotzdrang die lust auf soziale kontakte zur weihnachtszeit verdorben hat.
nein, mir geht´s da mehr um meine bequemlichkeit. von a nach b zu fahren mit einem umweg über z, um sowohl hier als auch da dieselben gespräche zu führen, halte ich für zeitverschwendung. die übergabe von geschenken in supersüßen geschenktüten, wobei letzter immer das sind, was ich wirklich brauche, sind pflichtveranstaltungen, deren sinn sich mir nicht wirklich erschließt.
nachdem frau lesof also auch in diesem jahr oben beschriebenes vor-w-prozedere mit lebkuchensüßen dauergelächle nach außen und foltergedanken innen über sich ergehen ließ, nahte der tag der abrechnung der beschenkung. unsereins beflaggt den w-baum ja gern zwei wochen vor dem fest- aus dekogründen. unsereins verbaut den w-baum auch am morgen des 24. mit geschenken - dann ist es nämlich vorbei und der wanst nörgelt nicht den ganzen tag. unsereins fährt dann abends ins nächste dörfchen, um dort fern von anderen festtagschristen eine kurze, schöne andacht genießen zu dürfen. bei der unsereins nie zuhört, weil unsereins eigentlich nur wegen der dorfkirche da ist, die - ohne untertreibung - ein kleinod barocken wallfahrtskirchenbaus ist.
bis neulich jedenfalls.
neulich nämlich feierten wir zu dritt. heißt: ich hatte die unrühmliche ehre das herrn lesofsche weihnachtsbrimborium genießen zu dürfen. ich bin ja kompromißfreudig: bevor ich mich nämlich mit plätzchenverkleistertem magen rumstreite, ziehe ich mich zurück und lasse durch den rheinländer das über ossi-jahre angewöhnte jahreshöhepunktgefeiere mit mehreren tonnen weihrauch im nebel des vergessens entschwinden. puff!
was soll ich sagen? das wildschweinragout wurde statt thüringisch italienisch, das kind war nervig, die geschenkverpackungen verstopften den fluchtweg auf den raucher-balkon und vor lauter streßbedingter müdigkeit gabs abends nicht mal sex.wir hangelten uns die folgenden tage an mehreren braten entlang der fleischvergiftungsgrenze, soffen die wahrscheinlich ausgeschenkte menge ostermeßweins des vatikan und zumindest ich schwor mir, nächstes jahr zu allem zu konvertieren, was NICHT weihnachten feiert.

und falls sich jemand fragen sollte, warum ich das jetzt erst erzähle: ich mußte es erst verdauen!

Dienstag, 21. Oktober 2008

kunst im kind

nach dem genuß zweier dickbändiger bilderwerke über moderne kunst beschenkte mich das kind mit selbiger - kunst nämlich. es heißt "viele frauen mit tüten auf dem kopf" und besticht durch seine diachrome farbwahl wie auch einer völlig neuen materialverwendung. moosgummi, liebe kunstfreunde, ist in anlehnung an disneys "art attack" das innovative MUST.
die künstlerin stellt in ihrem erstlingswerk "viele frauen mit tüten auf dem kopf" eine verbindung indiviualisierter bedürfnisse mit dem kapitalistischen konsumrausch dar, wobei bezüge zum gender "frau" eindeutig gewollt sind. nach einer langen phase plastischer darstellungen in play-doh und pfeifenreinigern besinnt sich die schaffende nun auf das medium pvc und kritisiert damit zugleich die enthemmte wegwerfgesellschaft. madame le.-sof. betont ihre einflüsse degas'scher ballerinen und monetscher seerosen gleichermaßen, benennt aber auch duchamps pissoires und beuys'sche fettskulpturen als wegweisend für ihr schaffen.
das kunstwerk ist im tausch gegen eine bibi blocksberg-kassette erhältlich.

Montag, 13. Oktober 2008

die freuden des zusammenlebens

"Jeden Freitag saugen wir zusammen Staub - das ist halt so!" sagt mir gerade die fönondulierte Dame jenseits der 50, die auch findet, daß die verrückten Gardinen nach dem männlichen Fensteröffnen gar nicht so schlimm sind.
Jetzt hab ich da aber ein Problem. weniger wegen gemeinschaftlichen Staubsaugens oder verrückten Gardinen oder weil ich gerade eine Doku über das "Geheimnis der ewigen Liebe" auf 3sat schaue. MEIN Problem ist nämlich jenseits jeglichen Pragmatismus, der sich so nach ein bis fuffzig Jahren des Zusammenlebens einstellt. Und das kam so:
Aus nicht weiter wichtigen Gründen ist Herr Lesof neuerdings nicht mehr gezwungen, den Großteil des Monats in Düsseldoof zu verbringen. Was habe ich mich gefreut! Ehrlich! DAS bißchen Skepsis, weil da jemand in mein wohlgeordnetes, mackengerechtes Leben reinpurzelt, das muß man ja auch nicht ernst nehmen. Schließlich teilen wir ja nun schon seit fast drei Jahren unregelmäßig Tisch und Bett miteinander. Da lernt man sich ja auch so richtig kennen - zumindest was das Umschiffen krisengeneigter Situationen angeht, wenn, ja, wenn man nicht die eh schon kurze Zeit miteinander mit Streiten verbringen will.
Irgendwie gereicht so ein partieller Scheuklappenflug durch die Beziehungsgefilde zwar zu einem aus dem Herzen geschleuderten "LOHOVE!", ist aber nicht sonderlich alltagstauglich. man verstehe mich nicht falsch - ich kann den Herrn Lesof voll gut leiden. Er schnarcht nicht, ist gepflegt, bringt den Müll runter und kriegt für gewöhnlich auch besoffen noch einen hoch, aber ich glaube mittlerweile, DAS sind die nicht wirklich entscheidenden Dinge beim Zusammenleben.
Es ist nämlich so, daß ich ein bißchen schwierig bin. Ich habe zum Beispiel keine Probleme damit, den Kinderpass unterm Wohnzimmersofa zwischenzuparken oder mich aufgrund meiner Trennungsängste in ein lang andauerndes, wenngleich olfaktorisches Desaster mit meinem Hausmüll zu stürzen. Auch sind Energiesparen und das Aufbewahren von Marmeladengläsern geschätze Hobbies meinerseits. Und ich finde, daß die tägliche Desinfektion meines Klos und der umliegenden Bereiche eine gesamtgesellschaftlich geschätzere Tätigkeit als - sagen wir - Online-Fußball spielen ist.
Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen sieht Herr Lesof das anders. Meine über Jahre mit System gezüchteten Schrunz- und Flunzecken werden unsensibel umarchiviert, mein Müll wird mir entrissen und der PC ist im Dauerstandby. Plötzlich ist die neu geplante Küche um einen 100 € teuren Kochtopf/Pfannen-Auszug und 500 m Arbeitsplatte reicher und ich schlafe im Elektrosmog, weil sich das Internet neuerding im Schlafzimmer befindet -am dort stehenden Schreibtisch, der überladen mit seinem Zeug ist. Obwohl ich an dieser Stelle erwähnen muß, daß der nun für Schlafschwierigkeiten sorgende Elektrosmog einen entscheidenden Vorteil hat: Herr Lesof ist dort häufig länger mit einem Ding namens "Hattrick" beschäftigt und ich kann dafür in Ruhe im Wohnzimmer stricken. Jaha - liebe Freunde, ich darf nicht in seiner Gegenwart stricken!
Ich komme mir deshalb etwas beschnitten vor. Der ein oder andere mag vielleicht nicht verstehen warum, aber stellt euch doch mal vor, ihr habt euer Lebtag den Abend popelnd vorm Fernseher verbracht und könnt es jetzt nicht mehr, weil ihr das Sofa jetzt statt mit die Hände beruhigenden Bohrungen mit etwas Lebenden teilen müßt. Und irgendwie stellt sich dann zu allem Übel auch noch heraus, daß das Sofa ja viel zu klein ist für zwei. Nix mehr mit Grätschen lang machen. Irgendwie eckt man immer irgendwo an. Wär ja auch alle noch erträglich, wenn man die ungemütliche Neu-Sofalage mit einer gemütlichen Gammelhose abpuffern könnte. Sowas geiles, ausgeleiertes Joggingeskes. Nöhö!
Ich bin ja schlau und vor allem kompromißfreudig, weswegen ich deshalb mir eine gemütliche und zugleich unschlunzige Leinenhose in Kaffeebraun besorgte. Auch weil ich den Tag zumindest optisch mit dem enden lassen wollte, was ich morgens zuerst höre: "Kaffee?!" Nun gut, die Hose sitzt toll und wenn ich sie noch ein bißchen eintrage, dann scheuert das Leinen auch bestimmt nicht mehr so. Daß ich mit dem Teil jetzt allerdings ohne Probleme Kundenrabatt in jedem Reformhaus bekäme, steht auf einem anderen Blatt.
Blätter - ein prima Stichwort! Wußtet ihr, daß der wöchentliche Bedarf an Klopapier von nunmehr 3 Personen ungleich proportional zu seinem tatsächlichen Verwendungszweck ist?
Während ich mir aufgrund meiner frühkindlichen Störungen bezüglich der Verwendung von Klopapier die Nase niemals mit selbigem putzen würde, spült Herr Lesof täglich den Materialverbrauch mehrerer Ikea-Billy-Regale den Lokus herunter. Mir als Zonengabi bereitet dies Nasenschmerzen, habe ich doch meine ersten Erfahrungen mit WC-Paper in Form gepressten Krepppapieres machen müssen. Und außerdem finde ich, daß man Nasenendreinigungsprodukte schon aus umwelttechnischen Gründen wieder verwenden sollte. Was spricht schließlich gegen das 56fache Benutzen von hartgetrockneten Papiertaschentüchern? Aus diesem Grund habe ich auch an jeder Stelle meiner Wohnung mehrere nette Überraschungspakete dieser Art geparkt, um mich zielsicheren Griffes meines Schnodders entledigen zu können, sobald es nötig ist.
Generell bin ich ja ein sparsamer Mensch. Ich und der Standby - das ist nix Gutes. Mit mahnischem Blicke grase ich jeden Abend vor dem Zubettgehen die Wohnung auf der Suche nach Energiefressern ab. Bis neulich konnte ich nach dem Ableisten einer detaillierten Kontrolle sagen: "Jawoll, heute hast du Holland wieder einen Tag mehr vor dem Untergang beschert!" Herr Lesof ist da etwas nachlässiger. Allein innerhalb der letzten Woche wäre Holland aufgrund laufender Modems, Fernseher und PCs mindestens schon dreimal untergegangen, wenn ich nicht eingegriffen hätte!
"Kinderkrankheiten" würde jetzt die Dame vom Anfang sagen und "Wenn die Socke rumliegt, dann räum ich sie halt weg!" Aber "Socken weg räumen" kann manchmal auch ganz schön schwer sein...

Montag, 29. September 2008

...

ich: "machst n da?"
nachbar: "die bremsen vom laufrad abschrauben!"


hihi...armes nachbarkind...

Freitag, 19. September 2008

...

irgendwie... wieso kaufe ich eigentlich jedes jahr exakt! die gleichen arten von kinderklamotten? und wieso stelle ich jedes jahr aufs neue fest, daß schneeanzüge und schneestiefel fürn arsch sind? wieso bin ich gerade jetzt der meinung, daß meine tochter (neuerdings quasi-pfadfinderin) dringend einen friesennerz, wanderschuhe, n trekkingrucksack und eine gefütterte übergangshose auch so ne erfindung: übergangsdinge!) braucht? und wieso sind großeltern eigentlich immer der meinung, daß enkelteil hätte zu wenig unterwäsche und strumpfhosen? nee, is ja auch klar, so ein klassenzimmer ist ja auch arschkalt! immerhin, 5 schlüpper und unterhemden plus 3 strumpfhosen haben ja den gegenwert von 1/8 paar guter winterstiefel - die iCH dann kaufen muß!
und wieso werd ich immer gelobt für die tollen pädagogisch wertvollen freizeitgestaltungsversuche wie tanzkurs und natur-ag etc. und keiner kommt auf die idee, sich mal n kopp um die finanzierung solcher dinge zu machen? ich freß ja gern ne woche trockenes toastbrot und klebe meine schuhe für den dritten winter mit pattex, wenn das kind dann nachbarvorzeigefähig über den unterschied von erle und espe referieren kann!
anyway, es muß wohl so sein.

Donnerstag, 18. September 2008

huhu...

kann mir auch mal jemand versehentlich eine halbe milliarde überweisen?

Freitag, 12. September 2008

...

"mama, teddy hat die glasknochenkrankheit!"


verdammt, was DAS wieder kostet!

Mittwoch, 10. September 2008

...

images3 ich sag gar nichts dazu! images4

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Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwerer." [Kurt Tucholsky]

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da kann jemand net warten, die bowdenzüge vom...
truetigger - 5. Okt, 23:10
huhu,hab was für...
huhu,hab was für dich.
in-cognito - 27. Sep, 14:45

Mit Dank für den kreativen Input an:

Titania - stetes opfer von situationskomik / meine tochter - stetes opfer ihres alters/ sarah kuttner - stetes opfer von sich selbst/ herr b. - stetes opfer von mir/ f1 - stetes opfer von allem/ mr. behave - stetes opfer vom gleichen absurdistan/ alle latte-macchiato-terror-tempel der welt - stete opfer meiner sozialstudien

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