ich filosofiere in quantenphysik

ich bin ja gern "dagegen". gestern zum beispiel war ich gegen den allgegenwärtigen fußballwahn und entschloss mich spontan für "frauentausch".
der trailer versprach vieles - vor allem intellektualität. da steh ich ja drauf. so was intellektuelles ist was feines, besonders wenn es aus dortmund kommt.
ich möchte natürlich an dieser stelle keinen dortmunder verprellen, ist doch dieses neckische kleine städtchen bekannt für seine schön- und berühmtheiten. dieter pfaff zum beispiel, der seine sozialisation in der rolle des fernsehpsychiaters bloch kompensiert . Oder Phillip Boa, der in den frühen 90ern viel daran getan hat, seine dortmunder kindheitserfahrungen in weltnegierende, elektronische und depressionsfördernde musik zu zimmern. und dann gibt es da noch dietmar bär aka schenk. sie wissen schon, der typ ausm tatort. didi-bär ist nach köln ausgewandert. und das sagt schon alles über dortmund!
"frauentausch" versprach also wissenschaftskritische fortbildung gepaart mit tipps und tricks für die gemeine patchworkfamilie.
und dann passierte es: es hieß familie opdenhövel-dauerschwöfel. oder so ähnlich. es bestand aus minipli und haarteilen. es hatte rosa lippenstift und jeanshemden. es war eine einheit aus... aus... aus... fleischgewordenen menstruationsbeschwerden. es wohnte schon oder lebte noch- oder wie war das bei i.k.e.a.?
frau dummdövel-dauerschwöfel nämlich besaß ein erstklassig geschultes innenarchitektenauge und hatte ihre plüschige rammelbude stilsicher mit herzenchen in allen variationen verschönert. in einer einheit mit bleu-en stuhlkondomen und altrosé-en plasteorchideen brachte frau sauglövel-dauerschwöfel so ihre volle amore zu "hase" zum ausdruck und mich zum kotzen. des "hasen" wegen und nicht, wie ich kurzzeitig vermutete, aufgrund der "buntgemusterten, halbrunden bettlandschaft mit integrierten kopfteil und nachtschränkchen unter einen herzchen-bling-bling-deckenlüster" (quelle, 800 €, leuchter nicht im lieferumfang enthalten). hier also hatten sich "hase" und "pappnase" lieb und konnten auch mal so richtig reden. denn, so frau laberschnövel-dauerschwöfel, das schlafzimmer ist der ort der entspannung und zuwendung, da wie wo man mal relaxen tut und das tut man am besten, wo wenn man lesen tut.
sie lesen viel, die familie tränenmövel-dauerdöfel. viel und überall. gern auch in der badewanne im relaxraum "bad". ein schmuckes örtchen mit aparten unikaten wie dem fischernetz, dem badvorleger und den vielen fläschen und tigeln mit blauer sitschsuppe drin, die man nirgends und erst recht nicht in jedem drogeriemarkt bekommt.
"hase" und "laberblase" beplanschen also das innovativbad allabendlich mit einem tuffigen, vollen badewännchen, das wahrscheinlich ganz schlimm nach herzchen stinkt. oder nach geistigen dünnpfiff, denn die beiden altverliebten junggebliebenen lasen sich dort zitate-bücher vor und "philosophierten in quantenphysik". überhaupt: das philosophieren stand ganz groß auf dem geistig matten schirm. was wunder dann, daß man nach den tief gelagerten
schürfenden gesprächen "in quantenphysik" nur noch zitate "repetieren und diskutieren" kann. ich mag zitate. ich finde, wer nicht mindestens ein zitat aus dem stegreif völlig unpassend zu irgendeiner situation in die runde dreschen kann, der hat den namen klugscheißer einfach nicht verdient. dumm nur, wenn man statt kerniger aphorismen und stilblüten plattitüden zum besten gibt, deren sinngehalt noch deutlich unter mario barths schlechter geschlechter-comdey liegen.
aber wie gesagt, quantenphysik-philosophie strengt an und vielleicht geht familie saudövel-dauerschwöfel beim zitate interpretieren ja auch die "treppe rückwärts hinab" und tritt dabei "schrödingers katze" auf den schwanz oder was weiß ich.
jedenfalls packte mich der neid kalt am kleinen zeh: obwohl ich 12 semester philosophie studiert habe, hat es nie gereicht für zum beschäftigen mit quantenphysik. und das obwohl sie doch "eigentlich alles ist", man "alles da rein interpretieren kann". ja, liebe leser, ich möchte es nicht verschweigen: "quantenphysik ist also gott deswegen!"
spätestens an der stelle lag ich vor lachen anbetung auf dem boden. wenn quantenphysik gott ist, ist gott dann auch quantenphysiker? mir tat das hirn vom nachdenken so weh, wie kurz zuvor meine augen beim anblick des desingfiaskos "bettlandschaft".
daher sendete ich mehrere stoßgebete an skt. plancktus und den heiligen einstein und bat um erlösung von den schmerzen. ich würde auch mehrere "quark" für die nächste nobelpreiskollekte erübrigen können, versprach ich und so geschah es:
familie trulladövel-dauerschwöfel besann sich auf die basalen dinge und verriet, wie sie den lebensunterhalt bestritten. bücher kann man schließlich nicht essen. also beschloß man - wahrscheinlich dereinst in der badewanne - berühmt zu werden. als schauspieler. hier. in deutschland.
erste kleine kleinstrollen in anspruchsvollen produktionen wie "lenski und kuhnt" oder war es "niedrige partner" waren durchgestanden und zumindest "hase" fand, daß "pullerblase" da ganz sie selbst war. die rolle war ihr auf den mit spitzen besaumten radlerhosenleib geschrieben: unschuldiges haarteil wurde opfer einer frau mit pinkem lippenstift - lenski, kuhnt, niedrig und alle anderen besetzungsbecouchten beischlafpartner ermitteln bei der dortmunder solariumsmafia. komissar kunht zu den ermittlungsergebnis nach 5 mal 15 min auf dem turbobräuner: "ich sehe schwarz!".
kurz vor dem finalen herzinfarkt meinerseits kroch ich mit letzter kraft und fließenden wahnsinns-geifer zur fernbedinung. ich halte viel von sterbehilfe - allerdings nur, wenn sie in beiderseitigen einverständnis geschieht. ich für meinen teil wollte noch ein bißchen leben, bin ich doch schließlich im besitz einer badewanne und eines physik-leistungskurs beschulten lebensabschnittsgefährten. nur das zitatebuch fehlt noch.
ach so, die andere familie... das waren punks. ganz normal halt...
Lorelei - 27. Jun, 13:25

Deine Schmerzgrenze ist offenbar wesentlich höher als meine; auch ich hatte mich auf eine interessante Lehrsendung in Sachen Soziologie gefreut, habe aber bereits schreiend zur Fernbedienung gegriffen, als Frau Dauerschwöfel ihren nackten und schon reichlich schwerkraftgeschädigten Schauspielerinnenhintern kamerafreundlich in die Herzchenwanne hievte.

lesof - 30. Jun, 09:39

ich konnte nicht anders. ich war derart paralysiert, daß mein finger wie bekloppt auf der umschalttaste lag, aber ich nicht drücken konnte.

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