urlaubserinnerung

mir ist etwas langweilig heute abend, also beschließe ich, fotos zu sortieren und einzukleben. muß ich mal machen, denn ich fotografiere wirklich ungern im urlaub und wenns dann doch mal passiert, sollen die dinger ja auch standesgemäß in einem netten album von besseren zeiten berichten dürfen.
die leah-bilder laß ich links liegen. die sauffotos von irgendwelchen parties auch, meine privaten "kunstfotos" sind eh in einer mappe, bleiben meine israel-bilder. mir fällt auf, daß es kaum bilder von der zeit gibt, als ich dort gelebt habe und ich weiß gar nicht wieso. schade, denk ich mir, denn das war wirklich meine beste zeit bisher. aber anderseits hab ich ja alles noch im schönen köpfchen.
nachdem ich aus israel zurück nach deutschland kam - widerwillig - habe ich später häufig dorthin reisende jugendgruppen gedolmetscht und davon gibt es tatsächlich zu hauf fotos. ich versuche, die bilder zu chronologisieren...ankunft tel aviv, lesof ist albern und fährt den entree des flughafens mit einem rollstuhl ab, die da zur freien nutzung rumstehen (mittlerweile allerdings nicht mehr, könnte man ja sprengstoff drunter kleben). weiterflug nach eilat in einer klapprigen zweimotorigen und bilder der aschfahlen gesichter der jugendlichen. weiterfahrt nach gerufit, kibbuz kennenlernen und so weiter.
dann steht die landeserkundungstour via zweier vw-busse an. alles gut bis kurz nach en gedi am toten meer, wo wir beschließen, mitten im negev in einer völlig alleinstehenden imbißbude zu rasten. die straße wird außerdem vom idf genutzt, denn wir befinden uns scharf an der grenze zur westbank. wir essen also und irgendjemand kommt auf die idee, alles mit unserer videokamera aufzunehmen. die wird fix geholt und dann kommt der typ ziemlich konsterniert wieder: er hat den schlüssel im auto vergessen und nun stehen wir vor den segnungen der zentralverriegelung irgendwo 200 km vor jerusalem, wo die autovermietung sitzt. mit halbkrimineller energie wird versucht, das auto aufzubrechen. der araber, dem der imbiß gehört hält sich dabei nicht schadlos und biegt uns einen draht zurecht. mehr will er nicht machen, versicherungsgründe, sagt er und grinst in richtung des vorbeifahrenden militärs.wir bekommen das auto natürlich so nicht auf. wie auch, schließlich bin ich mit einer kirchlichen jugendgruppe unterwegs.
ich springe schnell richtung straße und halte eine militärstreife an.vielleicht können die ja helfen irgendwie, kann ja sein, daß da zufällig ein kfz-mechaniker dabei ist oder so. ich erkläre also den sachverhalt und yanif, der beifahrer, spricht einen folgenschweren satz:"nein, kein kfz-mechaniker, zumindest nicht auf dieser schicht und die hat grad erst angefangen. wenn ihr noch zehn stunden warten wollt... aber ich kann mal fragen, ob wir nicht jemanden mit ein bißchen sprengstoff vorbeischicken können." ich hoffe bis heute, daß ich ihn falsch übersetzt habe, lehne ab, weil: mietwagen. also parken sie, dreschen die beifahrerscheibe ein, stellen uns einen hochoffiziellen wisch aus von wegen notwendigkeit und so, "da gibts dann auch keine probleme mit der versicherung, is ja unser stempel drauf. und außerdem habt ihr dann ja auch frische luft beim fahren". ich frage mich jetzt nicht, wieso eine militärstreife in the middle of nowhere mit bürokraten-formularen rumfährt und schiebe das ganz süffisant auf die nähe zur westbank.
es gab tatsächlich keine probleme bei avis. gepaßt hats ihnen natürlich nicht,das war unschwer am zerknirschten gesicht des geschäftsführers zu erkennen. ich frage noch, ob so was häufiger vorkommt und er sagt "na ja, man muß immer mit zerstörten autos rechnen hier. wenigstens ist das jetzt nur ne scheibe..."
OhBehave - 25. Jun, 01:21

Israel! Da hab ich überhaupt keine Vorstellung von. Wie das Land wohl sein könnte? Abseits von dem was man aus den Nachrichten erfährt. Es gibt da wohl hoffentlich auch ein "Abseits von Bomben und Terror"!?
Wann bist du da denn hin? und für wie lange warst du da? und was waren deine Gründe? Oder bist du dort teilweise aufgewachsen? oder Jüdin? oder beides?

lesof - 25. Jun, 12:23

@behave

ja, es gibt ein abseits von bomben und terror und sogar ein recht schönes.
ich war zum ersten mal mit 14 da, dann hab ich n jahr schule dort gemacht und bin danach immer in den ferien wieder hin.
gründe sind vielfältig, die blog ich vielleicht mal irgendwann

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